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Sawesto · Bootsmotoren-Service

Zündkerzen-Finder

In drei Schritten zur richtigen Zündkerze – geprüft gegen Hersteller-Handbücher und offizielle NGK-Marine-Daten.

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Wichtiger Hinweis: Die Zuordnung erfolgt nach Hersteller-Betriebsanleitungen und offiziellen NGK-/Champion-Marine-Applikationsdaten (Stand 09/2026). Innerhalb einer Modellreihe kann die vorgeschriebene Zündkerze je nach Baujahr und Motorvariante abweichen; verbindlich ist die Angabe in Ihrem Motorhandbuch. Zündkerzen mit abweichendem Wärmewert dürfen nicht ersetzt werden – im Zweifel hilft unsere Fachberatung. Diese Vorschau ersetzt keine verbindliche technische Beratung.

Sawesto Ratgeber · Motor & Technik

Zündkerzen für Bootsmotoren: Wärmewert, Elektrodenabstand & Wechselintervall richtig verstehen

Die Zündkerze ist klein, aber beim Außenborder eine der häufigsten Störquellen überhaupt. Dieser Ratgeber erklärt Aufbau, Wärmewert, Einbau und Kerzenbild – damit Ihr Motor zuverlässig zündet.

Eine falsch gewählte oder falsch eingebaute Zündkerze zählt zu den häufigsten Ursachen für Startprobleme und Leistungsverlust bei Bootsmotoren. Sie ist ein Verschleißteil, das über Zündspannung, Kraftstoffverbrauch und im schlimmsten Fall über einen Motorschaden entscheidet. Anders als beim Auto ist ein Außenborder auf dem Wasser besonders empfindlich: Fällt die Zündung aus, gibt es keinen Werkstattbesuch auf Knopfdruck. Deshalb gehört eine passende Ersatzkerze zur Grundausstattung an Bord – und ein solides Verständnis von Wärmewert, Elektrodenabstand und Wechselintervall zum Basiswissen jedes Bootsführers.

Aufbau & Funktion einer Zündkerze

Eine Zündkerze erzeugt den Funken, der das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Zylinder entzündet. Sie besteht im Kern aus vier Bauteilen: der Mittelelektrode, die von der Zündspule Hochspannung erhält, der Masseelektrode, die mit dem Zylinderkopf verbunden ist, einem Isolator aus Aluminiumoxid-Keramik, der die Mittelelektrode elektrisch isoliert, und einem Metallgehäuse mit Gewinde, über das die Kerze in den Zylinderkopf eingeschraubt wird.

Beim Zündvorgang springt zwischen Mittel- und Masseelektrode ein Funke über. Die dafür nötige Zündspannung liegt im Bereich mehrerer zehntausend Volt. Dieser Funke entzündet das verdichtete Kraftstoff-Luft-Gemisch im Brennraum und löst den Arbeitstakt aus, der den Motor antreibt.

Weil die Zündkerze direkt im heißen, unter Druck stehenden Brennraum sitzt und gleichzeitig hohen elektrischen Belastungen standhalten muss, ist sie eines der Bauteile, das am Bootsmotor am häufigsten für Störungen sorgt. Eine Ersatzkerze im Bordwerkzeug ist deshalb keine Vorsichtsmaßnahme, sondern gelebte Praxis erfahrener Skipper.

Wärmewert verstehen

Der Wärmewert beschreibt, wie schnell eine Zündkerze die im Betrieb entstehende Wärme aus dem Brennraum ableitet. Er ist keine Temperaturangabe, sondern ein Bauform-Kennwert: Eine „kalte“ Kerze führt Wärme schnell ab und eignet sich für hochbelastete Motoren, eine „heiße“ Kerze hält mehr Wärme im Isolatorfuß und passt zu niedrig belasteten Motoren, die sonst verrußen würden.

Bei NGK gilt: Je niedriger die Zahl im Kerzencode, desto heißer die Kerze (Werte um 5-6), je höher die Zahl, desto kälter (Werte um 9-10). Achtung: Bosch verwendet eine umgekehrte Skala, bei der eine höhere Zahl für eine heißere Kerze steht. Wer Kerzen zwischen Herstellern vergleicht, muss diese Umkehrung kennen – ein reiner Zahlenvergleich führt sonst in die falsche Richtung.

Entscheidend sind zwei Temperaturgrenzen im Isolatorfuß: Unterhalb von etwa 400-450 °C erreicht die Kerze ihre Selbstreinigungsgrenze nicht, es kommt zu Verrußung und in der Folge zu Zündaussetzern. Oberhalb von etwa 900 °C droht Glühzündung – die Kerze zündet unkontrolliert selbst, was zu Klopfen und im Extremfall zu einem Kolbenschaden führt. Der passende Wärmewert steht im Motorhandbuch und sollte nicht nach Gefühl geändert werden: Eine zu kalte Kerze verrußt, eine zu heiße Kerze riskiert einen Motorschaden.

Elektrodenabstand richtig einstellen

Der Elektrodenabstand bestimmt, wie zuverlässig der Zündfunke überspringt. Ist er zu klein, entsteht ein schwacher Funke mit unvollständiger Zündung; ist er zu groß, kann die Zündspannung nicht mehr sicher überspringen, was zu Fehlzündungen und unrundem Motorlauf führt.

Der korrekte Abstand ist motorabhängig. Bei klassischen 2-Takt-Kerzen wie der NGK B7HS liegt er bei 0,7 mm. Bei vielen Yamaha-4-Takt-Außenbordern mit der Kerze DPR6EA-9 sind es 0,9 mm – die Endung „-9“ im NGK-Kerzencode steht direkt für diesen Wert von 0,9 mm.

Geprüft wird der Abstand mit einer Fühlerlehre. Zeigt sich eine Abweichung, wird ausschließlich die Masseelektrode vorsichtig gebogen, um den Abstand zu korrigieren – niemals die Mittelelektrode, da diese durch die Keramik fest fixiert ist und beim Biegen brechen kann. Bei Iridium- oder Platin-Kerzen gilt eine wichtige Ausnahme: Hier wird grundsätzlich nicht nachgebogen. Der Abstand ist werksseitig exakt voreingestellt, und die extrem feine Elektrode würde durch mechanische Belastung beschädigt.

Wie oft Zündkerzen beim Bootsmotor wechseln?

Laut Mercury-Handbuch werden Zündkerzen alle 100 Betriebsstunden oder jährlich geprüft und nach 300 Betriebsstunden bzw. 3 Jahren ausgetauscht. Diese Vorgabe orientiert sich an intensiver Nutzung – in der Praxis der meisten Freizeitboote sieht die Realität anders aus.

Freizeitboote kommen typischerweise auf 20 bis 50 Betriebsstunden pro Saison. Die 100-Stunden-Prüfmarke wird damit oft erst nach mehreren Jahren erreicht. Sinnvoller ist deshalb ein kalenderbasierter Rhythmus: Zündkerzen jährlich zum Saisonstart oder beim Winterfestmachen prüfen bzw. wechseln. Der Grund dafür liegt im Winterlager selbst – Feuchtigkeit und Kondenswasser setzen den Kerzen und dem umgebenden Metall auch bei Motorstillstand zu.

Eine Besonderheit gilt für 2-Takt-Motoren: Sie verrußen durch die Ölverbrennung im Gemisch schneller als 4-Takter. Hier lohnt sich eine häufigere Sichtprüfung während der Saison, unabhängig vom jährlichen Wechseltermin.

Warum Marine-Zündkerzen?

Marine-Zündkerzen tragen eine korrosionsfeste Beschichtung, die im Salzwasserumfeld über Funktionieren oder Festfressen entscheidet. Üblich sind eine doppelt getauchte Zink-Chromat-Beschichtung oder, bei NGK, eine trivalente Metallbeschichtung. Beide schützen das Kerzengehäuse und Gewinde vor der aggressiven Korrosionswirkung von Salzwasser und salzhaltiger Luft.

Ohne diesen Schutz kann eine Zündkerze im Salzwassereinsatz binnen einer einzigen Saison im Zylinderkopf festkorrodieren – ein Ausbau wird dann zur Kraftprobe, im schlimmsten Fall mit Gewindeschaden. Zusätzlich empfiehlt es sich ausdrücklich, das Kerzengewinde sowie den Zündkerzenstecker mit Dielektrikfett zu schützen, um Feuchtigkeitseintritt und Kriechstrom vorzubeugen.

Auto-Zündkerzen sind deshalb nicht per se verboten, aber riskant: Ihnen fehlt oft die passende Beschichtung, und Wärmewert-Auslegungen unterscheiden sich zwischen Auto- und Bootsmotoren. Maßgeblich für die Wahl bleibt immer die Freigabe im Motorhandbuch des jeweiligen Außenborders.

2-Takt vs. 4-Takt

2-Takt- und 4-Takt-Motoren stellen unterschiedliche Anforderungen an ihre Zündkerzen. 2-Takter verbrennen Motoröl direkt im Kraftstoffgemisch – dieses Öl setzt sich an der Kerze ab und lässt sie schneller verrußen oder verölen als bei einem 4-Takter. Ein Kerzenbild in hellbraun bis gräulich-braun gilt bei 2-Taktern als optimal und weicht damit leicht vom klassischen rehbraunen Idealbild ab.

Typische 2-Takt-Zündkerzen sind Modelle wie NGK B7HS, B8HS oder BR7HS mit M14-Gewinde und 0,7 mm Elektrodenabstand. 4-Takt-Außenborder, etwa von Yamaha, nutzen eigene Kerzentypen wie die DPR6EA-9 mit 0,9 mm Elektrodenabstand.

Hochbelastete 2-Takt-Motoren – etwa im Dauervolllastbetrieb – benötigen häufig eine kältere Kerze mit höherem Wärmewert-Kennwert, um Glühzündung zu vermeiden. Welcher konkrete Typ passt, steht immer im Motorhandbuch.

Standard, Platin oder Iridium?

Iridium-Zündkerzen halten deutlich länger als Standard-Nickelkerzen, weil ihr Elektrodenmaterial mit einem Schmelzpunkt von 2450 °C extrem verschleißfest ist. In der Praxis bedeutet das eine 2- bis 4-fach längere Lebensdauer gegenüber klassischen Nickelkerzen.

Der entscheidende Unterschied liegt im Alterungsverhalten: Bei Nickelkerzen wächst der Elektrodenabstand durch den laufenden Abbrand kontinuierlich – die Zündqualität sinkt dadurch schleichend, oft unbemerkt über eine Saison. Iridium-Kerzen behalten ihren Abstand dagegen weitgehend konstant. Die sehr feine Iridium-Elektrode ermöglicht zudem eine niedrigere benötigte Zündspannung, was Kaltstarts erleichtert und die Selbstreinigung verbessert – relevant etwa beim Trolling mit niedriger Drehzahl über längere Standzeiten.

Die Abwägung ist eine Kostenfrage: Wer ohnehin jährlich zum Saisonstart wechselt, fährt mit einer günstigeren Standardkerze oft wirtschaftlicher, da die längere Lebensdauer von Iridium in diesem Rhythmus kaum zum Tragen kommt. Wer dagegen maximale Zuverlässigkeit über die Saison priorisiert und seltener kontrolliert, profitiert von der konstanten Zündqualität der Iridium-Kerze.

Kerzenbild lesen & Symptome erkennen

Das Kerzenbild – die Verfärbung an Elektroden und Isolatorfuß nach dem Ausbau – verrät zuverlässig, wie der Motor tatsächlich läuft. Bevor Sie das Bild deuten, achten Sie auf diese Symptome, die auf ein Zündkerzenproblem hindeuten: Startprobleme, unruhiger Leerlauf, Fehlzündungen oder Aussetzer unter Last, spürbarer Leistungsverlust und ein erhöhter Kraftstoffverbrauch.

KerzenbildWahrscheinliche UrsacheMaßnahme
Rehbraun bis grau Optimale Verbrennung, Gemisch und Wärmewert passen Kein Handlungsbedarf, regulär weiterprüfen
Schwarz, trocken, samtig Zu fettes Gemisch, zu kalte Kerze oder häufiger Kurzstreckenbetrieb Gemischeinstellung und Wärmewert prüfen, Kerze reinigen oder wechseln
Schwarz, ölig, glänzend Ölproblem – Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen oder zu hoher 2-Takt-Ölanteil Motor durch Fachwerkstatt prüfen lassen, Ölzumischung kontrollieren
Weiß, glasig, verschmolzen Überhitzung durch zu mageres Gemisch, zu heiße Kerze oder Frühzündung Sofort abklären lassen – Gefahr eines Kolbenfressers
Nass / abgesoffen Zündaussetzer, Kerze zündet das Gemisch nicht mehr Kerze trocknen, Zündsystem und Kraftstoffgemisch prüfen

Ein weißes, verschmolzenes Kerzenbild ist der kritischste Befund: Es deutet auf Überhitzung hin und kann bei fortgesetztem Betrieb zu einem Kolbenfresser führen. Hier sollten Sie den Motor nicht weiterlaufen lassen, sondern die Ursache klären, bevor Sie wieder aufs Wasser gehen.

Zündkerzen richtig einbauen

Das falsche Anzugsdrehmoment ist die häufigste Ausfallursache beim Zündkerzeneinbau. Zu fest angezogen, drohen Gewindeschaden oder ein Verzug des Isolators; zu locker eingedreht, ist die Wärmeabfuhr gestört, was wiederum zu Überhitzung führt. Die folgenden NGK-Richtwerte gelten für Flachdichtsitz-Kerzen in Alu-Zylinderköpfen, wie sie bei den meisten Bootsmotoren verbaut sind.

GewindegrößeAnzugsdrehmoment
M1425-30 Nm
M1215-20 Nm
M1010-12 Nm

Haben Sie keinen Drehmomentschlüssel zur Hand, hilft die Winkelmethode: Kerze handfest eindrehen, dann etwa eine halbe bis zwei Drittel Umdrehung nachziehen – die genauen Herstellerangaben auf der Kerzenverpackung gehen immer vor. Eine bereits gebrauchte, wieder eingesetzte Kerze wird nur leicht nachgezogen, da die Dichtung bereits gesetzt ist.

Weitere häufige Einbaufehler: eine falsche Gewindelänge, die im Brennraum übersteht oder zu kurz greift, ein schräg angesetztes Gewinde, das sich verkantet und die Bohrung beschädigt, sowie der Einbau am noch heißen Aluminium-Motorblock, der das Gewinde zusätzlich strapaziert.

Die richtige Kerze für Ihren Motor finden

Die zuverlässigste Quelle für die passende Zündkerze ist immer das Motorhandbuch – dort stehen Kerzentyp, Elektrodenabstand und Anzugsdrehmoment exakt für Ihr Motormodell. Als zweite Quelle dient der NGK-Katalog bzw. Part-Finder.

Eine Cross-Referenz zwischen Marken wie NGK, Champion, Denso und Bosch ist in der Praxis üblich, birgt aber eine Falle: Die Wärmewert-Skalen der Hersteller sind nicht einheitlich – bei NGK steht eine niedrige Zahl für heiß, bei Bosch ist es umgekehrt. Wer Kerzen selbst zwischen Marken „übersetzt“, kann hier leicht den falschen Wärmewert wählen. Genau deshalb ist ein geführter Finder, der Motormodell und Kerzentyp korrekt zusammenführt, die sicherere Wahl gegenüber dem Selbst-Abgleich von Katalogtabellen.

Tipp: Notieren Sie sich Motorhersteller, Modellbezeichnung und Baujahr, bevor Sie die passende Kerze suchen – damit lässt sich der Abgleich in wenigen Schritten erledigen.

Zündkerzen-Kreuzreferenz: NGK, Champion, Bosch & Denso für Bootsmotoren

Eine alte Champion-, Bosch- oder Denso-Zündkerze lässt sich in der Regel problemlos auf das passende NGK-Marine-Äquivalent umschlüsseln. Wichtig dabei ist der Wärmewert: Die Skalen der Hersteller sind nicht identisch, weshalb ein reiner Nummernvergleich ohne Rücksicht auf die Wärmewert-Logik des jeweiligen Herstellers in die Irre führen kann. Die folgende Tabelle zeigt gängige NGK-Marine-Zündkerzen mit ihren dokumentierten Cross-Referenzen – im Zweifel bleibt das Motorhandbuch oder eine Fachberatung die verbindliche Quelle.

NGK (Marine)ChampionBoschDensoTypische Motoren
CR5HSB — — U16FSRUB Honda
LFR5A-11 CCH975 — K16HPRU11, K16HRU11 Marinepower, Mariner, Mercury, Yamaha
BR6FS (im Sortiment) RV8C/T10 — T20RU15 Crusader, Indmar, Mercruiser, OMC, Volvo-Penta, Yamaha u. a.
BPR6FS CCH400 0 242 240 520 T20PRU Chrysler, Crusader, Mercruiser, Redline, Volvo-Penta
BR5HS RL90 0 242 229 534 W16FSR Chrysler, Suzuki, Yamaha
BR8HS-10 (im Sortiment) — — W24FSRU10 Nissan, Suzuki, Tohatsu, Yamaha
BP5S CCH10 0 242 229 525 W16PU Evinrude, McCulloch u. a. ältere Marken
BR5ES RN8 0 242 229 556 W16ESRU Honda, Kubota, Nissan, Toyota
BR5FS RV12C6 0 242 229 526 T16RU15 Euroline, Lehman, Massey Ferguson
BU8H (im Sortiment) QL6VC — SF24 Marinepower, Mariner, Mercury
B7HS-10 L77JC4/T10 — TR2210 Evinrude, Mariner, Nissan, Selva, Suzuki, Tohatsu, Yamaha
BP6S XJ10Y 0 241 235 623 W20PU Chris-Craft, Johnson, Volvo-Penta
LKR6E (im Sortiment) — — XUH20TTI Suzuki, Yamaha
BP7HS-10 L78YC 0 241 245 646 W22FPU10 Mariner, Mercury, Nissan, Tohatsu
BP6HS-10 PL7YC4 0 241 235 585 W20FPU10 Force, Mercury, Nissan, Tohatsu

Für Ihren konkreten Motor prüfen Sie die passende Kerze am schnellsten und sichersten mit unserem Zündkerzen-Finder oben auf dieser Seite – er berücksichtigt Motorhersteller und Modell und schlägt die passende NGK-Marine-Kerze direkt vor, statt Katalognummern selbst zwischen Marken übersetzen zu müssen.

Finden Sie in 3 Klicks die passende Zündkerze für Ihren Motor

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Häufige Fragen zu Bootsmotor-Zündkerzen

Wie oft muss man Zündkerzen beim Außenborder wechseln?

Laut Mercury-Handbuch prüfen Sie Zündkerzen alle 100 Betriebsstunden oder jährlich und tauschen sie nach 300 Betriebsstunden bzw. 3 Jahren. Da Freizeitboote diese Stundengrenze selten erreichen (meist 20 bis 50 Bh pro Saison), ist der Wechsel in der Praxis kalenderbasiert sinnvoll: jährlich zum Saisonstart oder beim Winterfestmachen, weil Feuchtigkeit im Winterlager die Kerzen angreift. 2-Takt-Motoren verrußen schneller und sollten häufiger sichtgeprüft werden.

Was bedeutet der Wärmewert einer Zündkerze?

Der Wärmewert beschreibt, wie schnell eine Zündkerze Wärme aus dem Brennraum abführt. Bei NGK steht eine niedrige Zahl für eine heiße Kerze (z. B. 5-6), eine hohe Zahl für eine kalte Kerze (z. B. 9-10) – bei Bosch ist die Skala umgekehrt. Unterhalb von etwa 400-450 °C verrußt die Kerze, oberhalb von etwa 900 °C droht Glühzündung mit Kolbenschaden. Der richtige Wärmewert hängt von der Motorbelastung ab und steht im Motorhandbuch.

Wie groß muss der Elektrodenabstand sein?

Das hängt vom Motor ab. Bei klassischen 2-Takt-Kerzen wie der NGK B7HS sind es 0,7 mm, bei vielen Yamaha-4-Takt-Motoren mit DPR6EA-9 sind es 0,9 mm (die Endung -9 im NGK-Code steht für 0,9 mm). Prüfen Sie den Abstand mit einer Fühlerlehre und korrigieren Sie ihn nur durch vorsichtiges Biegen der Masseelektrode, nie der Mittelelektrode. Iridium- und Platin-Kerzen dürfen wegen der empfindlichen, feinen Elektrode nicht nachgebogen werden.

Woran erkenne ich eine defekte Zündkerze?

Typische Symptome sind Startprobleme, unruhiger Leerlauf, Fehlzündungen oder Aussetzer unter Last, spürbarer Leistungsverlust und erhöhter Kraftstoffverbrauch. Beim Außenborder gehört die Zündkerze zu den häufigsten Störquellen überhaupt – deshalb ist eine Ersatzkerze an Bord empfehlenswert. Ein Blick auf das Kerzenbild nach dem Ausbau gibt zusätzlich Aufschluss über die Ursache.

Warum ist meine Zündkerze schwarz?

Eine schwarz-trocken-samtige Kerze deutet meist auf ein zu fettes Gemisch, eine zu kalte Kerze oder häufigen Kurzstreckenbetrieb hin. Ist der schwarze Belag zusätzlich ölig-glänzend, liegt eher ein Ölproblem vor – etwa an Kolbenringen oder Ventilschaftdichtungen bzw., bei 2-Taktern, ein zu hoher Ölanteil im Gemisch. Die optimale Farbe ist rehbraun bis grau.

Kann ich Auto-Zündkerzen im Boot verwenden?

Auto-Zündkerzen sind nicht grundsätzlich verboten, bergen aber ein Risiko: Ihnen fehlt häufig die korrosionsfeste Beschichtung, die Marine-Kerzen gegen Salzwasser schützt, und der Wärmewert passt eventuell nicht zum Bootsmotor. Ohne geeignete Metallurgie kann eine Kerze im Salzwassereinsatz binnen einer Saison im Zylinderkopf festkorrodieren. Maßgeblich ist immer die Freigabe im Motorhandbuch.

Lohnen sich Iridium-Zündkerzen beim Außenborder?

Iridium-Zündkerzen halten mit ihrem Schmelzpunkt von 2450 °C etwa 2 bis 4-mal länger als Standard-Nickelkerzen und behalten ihren Elektrodenabstand konstant, statt ihn schleichend zu vergrößern. Die feine Elektrode sorgt außerdem für eine niedrigere Zündspannung und bessere Kaltstarts. Wer ohnehin jährlich zum Saisonstart wechselt, fährt mit Standardkerzen oft günstiger; wer maximale Zuverlässigkeit will, profitiert von Iridium.

Mit welchem Drehmoment zieht man Zündkerzen an?

Nach NGK-Richtwerten für Flachdichtsitz in Alu-Zylinderköpfen gilt: M14-Kerzen 25-30 Nm, M12-Kerzen 15-20 Nm, M10-Kerzen 10-12 Nm. Ohne Drehmomentschlüssel hilft die Winkelmethode: handfest eindrehen, dann etwa eine halbe bis zwei Drittel Umdrehung nachziehen. Eine gebrauchte Kerze wird nur leicht nachgezogen. Falsches Drehmoment ist die häufigste Ausfallursache beim Zündkerzeneinbau.

Kann man Zündkerzen reinigen statt wechseln?

Eine Sichtprüfung und vorsichtige Reinigung kann leichte Verrußung beheben und ist besonders bei 2-Takt-Motoren als Zwischenschritt sinnvoll. Sie ersetzt aber keinen regulären Wechsel: Bei Iridium- oder Platin-Kerzen sollte wegen der feinen Elektrode gar nicht mechanisch nachgearbeitet werden, und bei Erreichen des Wechselintervalls oder erkennbarem Elektrodenabbrand ist der Austausch die sicherere Wahl.

Unterscheiden sich 2-Takt- und 4-Takt-Zündkerzen?

Ja. 2-Takt-Motoren verbrennen Öl im Kraftstoffgemisch, wodurch ihre Kerzen schneller verrußen oder verölen – das ideale Kerzenbild ist hier hellbraun bis gräulich-braun. Typische 2-Takt-Kerzen sind etwa NGK B7HS, B8HS oder BR7HS mit M14-Gewinde und 0,7 mm Elektrodenabstand, während 4-Takt-Motoren wie viele Yamaha-Modelle eigene Typen wie die DPR6EA-9 mit 0,9 mm nutzen. Hochbelastete 2-Takter benötigen außerdem oft eine kältere Kerze.

Angaben nach Herstellervorgaben und NGK-Marine-Daten. Verbindlich ist stets Ihr Motorhandbuch. Stand 09/2026.