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Ratgeber

Dieselpest im Bootstank: erkennen, vorbeugen, bekämpfen

Schwarzer Schlamm im Filter, stotternder Motor, fauliger Geruch — Dieselpest entsteht durch Mikroorganismen im Tankwasser und lässt sich mit der richtigen Tankpflege zuverlässig verhindern.

Dieselpest ist eines der hartnäckigsten Probleme an Bord von Booten mit Dieselinnenborder: Bakterien, Hefen und Pilze siedeln sich am Übergang zwischen Kraftstoff und eingedrungenem Wasser an und verstopfen Filter und Leitungen. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Kontamination entsteht, woran Sie sie erkennen, wie Sie sie mit Additiven und regelmäßiger Wartung vorbeugen und was bei akutem Befall zu tun ist. Wer sein Boot einwintert, findet ergänzende Praxis im Ratgeber Boot einwintern.

3
Erregergruppen: Bakterien, Hefen, Pilze
1:1000
Übliche Additiv-Dosierung präventiv
10 Kapitel
Inkl. FAQ & Fazit
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Kurzantwort

Dieselpest heißt: Wasser im Tank + Biodiesel-Anteil = Nährboden für Bakterien, Hefen und Pilze — und die lassen sich meiden.

Dieselpest entsteht, wenn sich am Übergang zwischen Kraftstoff und Kondens- oder Betankungswasser im Tank Mikroorganismen ansiedeln und dort einen schlammigen Biofilm bilden. Begünstigt wird das Wachstum durch den Biodieselanteil (FAME) im heutigen Dieselkraftstoff, der den Mikroorganismen zusätzliche Nährstoffe liefert. Typische Anzeichen sind verstopfte Kraftstofffilter, unregelmäßiger Motorlauf, Leistungsverlust und ein fauliger, schwefeliger Geruch aus dem Tank. Vorbeugen lässt sich mit vollem Tank in der Standzeit, regelmäßig entwässertem Wasserabscheider und vorbeugend dosierten Bioziden. Ist der Tank bereits befallen, hilft meist nur eine professionelle Tankreinigung. Wer sein Boot über den Winter stilllegt, sollte den Kraftstoff besonders im Blick behalten — mehr dazu im Ratgeber Boot Winterlager.

Ratgeber

Dieselpest im Detail: Ursachen, Erkennung, Bekämpfung

1. Warum Dieselpest für Dieselboote ein ernstes Problem ist

Wer einen Dieselinnenborder betreibt, kennt das Risiko meist vom Hörensagen — bis der Motor mitten auf dem Wasser plötzlich stottert und die Leistung wegbricht. Genau das ist die häufigste Folge von Dieselpest: Ein durch Mikroorganismen verstopfter Kraftstofffilter unterbricht die Versorgung, oft im ungünstigsten Moment, etwa bei Welle oder auf engem Fahrwasser. Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei Dieselpest nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um einen Sammelbegriff für die Besiedlung des Kraftstoffsystems durch Bakterien, Hefen und Schimmelpilze, die sich im Tank an der Grenzschicht zwischen Diesel und eingedrungenem Wasser ansiedeln.

Besonders anfällig sind Boote, die über längere Zeit stillliegen — etwa während der Winterpause oder bei unregelmäßiger Nutzung im Sommer. Je länger der Kraftstoff im Tank steht, desto mehr Zeit haben Mikroorganismen, sich zu vermehren und einen zähen, dunklen Biofilm auszubilden, der sich am Tankboden und an den Wänden absetzt. Wie sich diese Standzeiten sicher überbrücken lassen, behandelt der Ratgeber Boot einwintern ausführlicher — dort geht es um die komplette Einwinterung, während dieser Ratgeber sich gezielt auf das Kraftstoffsystem konzentriert.

Wirtschaftlich ist Dieselpest ebenfalls kein Kleinigkeit: Verstopfte Filter, korrodierte Einspritzkomponenten und im schlimmsten Fall Motorschäden durch Kraftstoffmangel unter Last verursachen Werkstattkosten, die sich mit regelmäßiger Tankpflege und ein paar Euro für Additive meist vollständig vermeiden lassen. Die folgenden Kapitel zeigen, wie die Kontamination entsteht, wie sie sich erkennen lässt und mit welchen Maßnahmen Sie ihr vorbeugen oder sie im Ernstfall in den Griff bekommen.

2. Wie Dieselpest entsteht: Wasser, Biodiesel und Mikroorganismen

Auslöser für Dieselpest ist praktisch immer Wasser im Tank. Dieses Wasser kann auf mehreren Wegen eindringen: durch Kondensation an den Tankwänden bei Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, durch undichte Tankdeckel und Entlüftungen, bei denen Regen- oder Spritzwasser eindringt, oder schlicht durch minderwertigen Kraftstoff, der bereits beim Tanken Wasseranteile enthält. Da Wasser eine höhere Dichte als Diesel hat, sammelt es sich am Tankboden und bildet dort eine klar abgegrenzte Schicht unterhalb des Kraftstoffs.

Genau an dieser Grenzschicht zwischen Diesel und Wasser finden Bakterien, Hefen und Schimmelpilze ideale Lebensbedingungen: Sie nutzen das Wasser als Lebensraum und den Kraftstoff — insbesondere die im heutigen Diesel enthaltenen Biodieselanteile (FAME, Fettsäuremethylester) — als Nährstoffquelle. Das Phänomen Dieselpest hat sich mit der zunehmenden Beimischung von Biodiesel deutlich verstärkt, da der biogene Anteil den Mikroorganismen zusätzliche organische Nährstoffe liefert, die reiner Mineralöldiesel in dieser Form nicht bietet. Feuchtwarmes Klima, hohe Luftfeuchtigkeit im Bilgenraum und lange Standzeiten begünstigen das Wachstum zusätzlich.

Aus dem mikrobiellen Wachstum entsteht mit der Zeit ein zäher, dunkler Schlamm — der eigentliche „Dieselpest"-Belag —, der sich vom Tankboden löst, mit dem Kraftstoff mitgerissen wird und sich in Leitungen und Filtern festsetzt. Dieser Prozess verläuft schleichend: Oft vergehen Wochen oder Monate zwischen der ersten Kontamination und den ersten spürbaren Symptomen am Motor.

Wichtig ist die Abgrenzung: Reine Benzinmotoren sind von Dieselpest im engeren Sinne praktisch nicht betroffen, da Ottokraftstoff eine andere chemische Zusammensetzung hat und kein vergleichbares Nährstoffangebot für die typischen Dieselpest-Erreger bietet. Wer neben dem Dieselinnenborder zusätzlich einen Außenborder mit Benzinmotor betreibt, sollte trotzdem auf einen sauberen Kraftstofftank achten, allerdings aus anderen Gründen — etwa Alterung von Ethanolkraftstoff bei Standzeiten. Bei Dieselinnenbordern hingegen ist die Kombination aus Biodiesel-Nährstoffen und Wasser im Tank die entscheidende Ursache, weshalb sich dieser Ratgeber gezielt auf Dieselsysteme konzentriert.

3. Dieselpest erkennen: Typische Anzeichen und Symptome

Da sich der Befall im Verborgenen des Tanks entwickelt, sind es meist indirekte Symptome, die auf Dieselpest hindeuten. Wer diese Anzeichen früh erkennt, kann mit einer gezielten Behandlung reagieren, bevor größere Schäden entstehen.

Typische Anzeichen für Dieselpest im Bootstank
SymptomWas dahintersteckt
Verstopfte KraftstofffilterBiofilm-Schlamm setzt sich im Filterelement fest und blockiert den Durchfluss
Unregelmäßiger Motorlauf, LeistungsverlustUnzureichende Kraftstoffversorgung durch teilverstopfte Leitungen oder Filter
Motor stirbt unter Last plötzlich abFilter oder Leitung setzt sich unter erhöhtem Durchfluss vollständig zu
Fauliger, schwefeliger Geruch am TankStoffwechselprodukte der Mikroorganismen (häufig nach faulen Eiern)
Dunkle Ablagerungen im Sichtglas / WasserabscheiderSichtbarer Biofilm-Schlamm oder Wasserphase im Vorfilter
Schneller wiederkehrende Verstopfung nach FilterwechselQuelle der Kontamination sitzt weiterhin im Tank, nicht nur im Filter

Praxis-Tipp: Ein Kraftstofffilter mit transparentem Sichtglas oder Wasserabscheider mit Ablasshahn macht Wasser und Verunreinigungen auf einen Blick sichtbar — regelmäßiges Kontrollieren und Ablassen ist die einfachste Frühwarnung gegen Dieselpest.

Besonders tückisch: Kleine, isolierte Mengen an Biofilm können über längere Zeit unauffällig im Tank verbleiben, bis eine stärkere Fahrt bei Welle den Schlamm aufwirbelt und schlagartig größere Mengen in Richtung Filter spült. Ein Motor, der beim ruhigen Marina-Ablegen problemlos läuft und erst bei Seegang oder starker Beschleunigung stottert, deutet häufig genau auf dieses Muster hin.

Ein weiteres Warnsignal, das oft übersehen wird, ist beschleunigte Korrosion an metallischen Bauteilen im Kraftstoffsystem — etwa an Einspritzdüsen oder Leitungsverschraubungen. Die Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen können leicht säurehaltig sein und begünstigen dadurch Korrosionsprozesse, die sich im Werkstattbefund manchmal erst im Nachhinein als Folge einer länger bestehenden Dieselpest-Belastung herausstellen. Wer bei einer Motorinspektion ungewöhnlich starke Korrosion an Kraftstoffkomponenten feststellt, sollte deshalb auch den Tank selbst kontrollieren lassen, auch wenn zuvor keine offensichtlichen Leistungsprobleme aufgetreten sind.

4. Dieselpest vorbeugen: Die wichtigsten Maßnahmen

Vorbeugung ist bei Dieselpest deutlich einfacher und günstiger als die nachträgliche Bekämpfung. Die wirksamsten Maßnahmen setzen direkt an den Entstehungsbedingungen an — weniger Wasser im Tank, weniger Nährstoffe für Mikroorganismen, kürzere Standzeiten mit altem Kraftstoff.

  • Tank vor Standzeiten möglichst voll halten: Ein voller Tank lässt weniger Luftraum für Kondenswasserbildung an den Innenwänden.
  • Qualitativ hochwertigen Kraftstoff tanken: Vertrauenswürdige Tankstellen mit hohem Umsatz haben in der Regel frischeren, weniger wassergesättigten Diesel im Umlauf.
  • Tankentlüftung und Tankdeckel regelmäßig prüfen: Undichte Dichtungen lassen Feuchtigkeit und Spritzwasser eindringen.
  • Wasserabscheider regelmäßig kontrollieren und entwässern: So wird eingedrungenes Wasser entfernt, bevor sich eine dauerhafte Wasserphase im Tank bildet.
  • Bei längeren Standzeiten Biozid-Additiv vorbeugend dosieren: Additive hemmen das Wachstum von Bakterien, Hefen und Pilzen im Kraftstoff.
  • Kraftstoff nicht über mehrere Saisons hinweg im Tank belassen: Je länger die Standzeit, desto größer das Kontaminationsrisiko.

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Wer sein Boot über den Winter an Land oder im Wasser liegen lässt, sollte die Kraftstoffpflege fest in die Einwinterungsroutine einplanen: Ein sauberer, möglichst voller Tank mit frisch dosiertem Additiv reduziert das Dieselpest-Risiko über die gesamte Standzeit erheblich. Details zur kompletten Vorbereitung liefert der Ratgeber Boot Winterlager.

5. Additive und Biozide: Wirkstoffe, Dosierung, Rechtslage

Klassische Dieselpest-Additive wirken auf zwei Wegen: als vorbeugende Dosierung, die das Wachstum von Mikroorganismen im Ansatz hemmt, oder als sogenannte Schockdosierung bei bereits erkennbarem Befall, um die Population im Kraftstoff drastisch zu reduzieren. Wichtig zu wissen: Ein Biozid-Additiv löst keinen bereits am Tankboden abgelagerten Schlamm auf — es macht den Kraftstoff lediglich als Lebensraum für neue Mikroorganismen unattraktiv. Bei starkem Befall mit sichtbarem Bodensatz führt an einer mechanischen Tankreinigung deshalb meist kein Weg vorbei.

Rechtlich hat sich beim Thema Biozide seit Ende 2018 einiges verändert: Der langjährig verbreitete Wirkstoff MBO (3,3'-Methylenbis[5-methyloxazolidin]) gilt als krebserzeugend eingestuft und darf seither in entsprechenden Bioziddiesel-Additiven nicht mehr frei an Privatpersonen verkauft werden, sondern nur noch an gewerbliche Anwender. Für Freizeitskipper sind seitdem MBO-freie Anti-Bakterien-Additive im Handel erhältlich, die für den privaten Gebrauch zugelassen sind und ähnlich wirksam gegen Bakterien-, Hefe- und Pilzwachstum im Kraftstoff eingesetzt werden.

Additiv-Dosierung: Vorbeugend vs. Schockbehandlung (Herstellerangaben-Orientierung)
AnwendungTypisches MischungsverhältnisEinsatzzweck
Präventive Dosierungca. 1:1.000 (Additiv : Diesel)Regelmäßige Beimischung beim Tanken zur Vorbeugung
Schockdosierungca. 1:200 (Additiv : Diesel)Bei bereits erkennbarem mikrobiellem Befall

Praxis-Tipp: Die genaue Dosierung hängt vom jeweiligen Produkt ab — Herstellerangabe auf dem Etikett beachten. Nach einer Schockdosierung empfiehlt sich zeitnah ein Filterwechsel, da abgetötete Mikroorganismen und gelöster Biofilm den Filter zusätzlich belasten können.

6. Wasserabscheider und Kraftstofffilter: Wartung und Wechselintervalle

Der Wasserabscheider — häufig als Vorfilter mit Sichtglas vor dem eigentlichen Kraftstofffilter verbaut — ist die zentrale Verteidigungslinie gegen Dieselpest. Er trennt Wasseranteile vom Diesel, bevor sie den Hauptfilter oder gar die Einspritzanlage erreichen, und macht Verunreinigungen durch das transparente Sichtglas sichtbar. Ein regelmäßiges Ablassen des abgeschiedenen Wassers über den Ablasshahn am Boden des Wasserabscheiders gehört deshalb zur Grundwartung jedes Dieselinnenborders.

Der eigentliche Kraftstofffilter sollte gemäß Herstellervorgabe des Motors gewechselt werden — bei erkennbarer Dieselpest-Belastung deutlich häufiger als im Normalbetrieb, da sich der Biofilm-Schlamm im Filterelement festsetzt und den Durchfluss zunehmend einschränkt. Wer nach einem Filterwechsel innerhalb kurzer Zeit erneut Leistungsprobleme bemerkt, sollte nicht nur den Filter erneut tauschen, sondern die Ursache im Tank selbst suchen — ein Zeichen, dass die Kontamination weiterhin aktiv ist.

→ Passende Motor- und Filterkomponenten: Filter · Tankanzeigen · Tankgeber.

Eine funktionierende Tankanzeige beziehungsweise ein zuverlässiger Tankgeber unterstützt die Dieselpest-Vorbeugung indirekt, aber wirkungsvoll: Wer den tatsächlichen Füllstand jederzeit im Blick hat, tankt seltener „auf Verdacht" nach und kann gezielter planen, wann der Tank vor einer längeren Standzeit noch einmal aufgefüllt werden sollte. Defekte oder ungenaue Tankgeber führen dagegen häufig dazu, dass ein Tank über Wochen mit wenig Restkraftstoff und entsprechend großem Luftraum für Kondenswasser verbleibt, ohne dass der Skipper es bewusst wahrnimmt.

7. Akuter Befall: Was tun, wenn der Tank bereits kontaminiert ist

Ist der Tank bereits deutlich mit Dieselpest-Schlamm belastet — erkennbar an wiederholt verstopfenden Filtern, dunklen Ablagerungen im Sichtglas und deutlichem Geruch —, reicht eine reine Additivbehandlung meist nicht mehr aus. In diesem Fall führt der zuverlässigste Weg über eine professionelle Tankreinigung: Dabei wird der Tank vollständig entleert, der abgelagerte Schlamm mechanisch entfernt und das komplette Kraftstoffsystem inklusive Leitungen und Filtern gereinigt beziehungsweise erneuert.

Nach einer erfolgten Tankreinigung ist eine anschließende präventive Additivdosierung sinnvoll, um eine erneute Besiedlung zu verhindern — vorausgesetzt, die eigentliche Ursache für den Wassereintrag wurde ebenfalls behoben, etwa eine undichte Tankentlüftung oder ein defekter Tankdeckel. Wird nur der Schlamm entfernt, ohne die Wasserquelle zu beseitigen, kehrt das Problem in aller Regel zurück.

Parallel zur Tankreinigung lohnt sich ein Blick auf weitere wasserführende Bereiche an Bord: Eine funktionierende Bilgenentwässerung verhindert, dass sich Feuchtigkeit im Motorraum aufstaut und über undichte Stellen zusätzlich in Richtung Tank wandert. Passendes Zubehör dafür: Bilgenpumpen und Handwasserpumpen — Details zur Auswahl und Wartung im Ratgeber Tipps Bilgenpumpe.

8. Dieselpest-Risiko in der Saisonpause und beim Einwintern

Die Standzeit über Winter ist die Phase mit dem höchsten Dieselpest-Risiko, weil der Kraftstoff über Monate ohne Bewegung und ohne Verbrauch im Tank steht — genug Zeit für Mikroorganismen, sich ungestört zu vermehren. Wer sein Boot einwintert, sollte den Tank kurz vor der Stilllegung möglichst voll auftanken, um den Luftraum für Kondenswasserbildung zu minimieren, und dem Kraftstoff eine präventive Additivdosierung beimischen.

Ein kurzer Motorlauf nach der Betankung sorgt dafür, dass sich das Additiv im gesamten Kraftstoffsystem verteilt — bis zum Filter und zur Einspritzpumpe. Diese Maßnahme lässt sich gut mit der übrigen Einwinterungsroutine kombinieren, etwa dem Wechsel des Impellers vor der Wiederinbetriebnahme im Frühjahr: Details dazu im Ratgeber Impeller wechseln. Wer zusätzlich die komplette Vorbereitung für die Winterlagerung plant, findet die passende Übersicht im Ratgeber Boot Winterlager sowie im umfassenderen Ratgeber Boot einwintern.

Bei der Wiederinbetriebnahme im Frühjahr empfiehlt sich vorsorglich eine Sichtkontrolle des Wasserabscheiders, bevor die erste längere Ausfahrt ansteht — so lässt sich frühzeitig erkennen, ob über die Standzeit doch Feuchtigkeit in den Tank gelangt ist.

9. Häufige Fehler bei der Dieselpest-Bekämpfung

Bei der Bekämpfung von Dieselpest schleichen sich immer wieder dieselben Fehleinschätzungen ein, die den Behandlungserfolg verzögern oder ganz verhindern:

  • Nur den Filter wechseln, den Tank aber nicht kontrollieren: Solange die Kontaminationsquelle im Tank bestehen bleibt, verstopft der neue Filter meist erneut.
  • Additiv als alleinige Lösung bei starkem Befall: Biozide hemmen neues Wachstum, lösen aber keinen bereits abgelagerten Schlamm auf.
  • Wassereintrittsquelle ignorieren: Wird nur der Schlamm entfernt, ohne undichte Tankdeckel oder Entlüftungen zu reparieren, kehrt das Problem zurück.
  • Kraftstoff über mehrere Saisons unbehandelt im Tank belassen: Je länger die Standzeit ohne präventive Maßnahmen, desto höher das Risiko.
  • Wasserabscheider nie kontrollieren: Ohne regelmäßige Sichtkontrolle bleibt eingedrungenes Wasser oft über Wochen unbemerkt im System.

10. Kraftstoffsystem im Blick behalten — die Grundhaltung

Dieselpest ist kein Zufallsereignis, sondern die logische Folge eines Zusammenspiels aus Wasser im Tank, Nährstoffen aus dem Biodieselanteil und Zeit. Wer diese drei Faktoren im Blick behält — trockener, möglichst voller Tank, regelmäßig kontrollierter Wasserabscheider und ein vorbeugend dosiertes Additiv bei längeren Standzeiten —, reduziert das Risiko auf ein Minimum. Bei bereits erkennbarem Befall ist eine frühzeitige Reaktion mit Schockdosierung und gegebenenfalls professioneller Tankreinigung deutlich günstiger als ein Motorschaden auf offener Strecke.

Wer das Kraftstoffsystem regelmäßig in die ohnehin fällige Wartungsroutine integriert — etwa gemeinsam mit dem Impellerwechsel oder der Einwinterung —, muss sich um Dieselpest im Regelfall keine Sorgen mehr machen.

FAQ

11. FAQ: Häufige Fragen zur Dieselpest

Dieselpest ist der Sammelbegriff für die Besiedlung von Dieselkraftstoff durch Bakterien, Hefen und Schimmelpilze, die sich an der Grenzschicht zwischen Diesel und eingedrungenem Wasser im Tank ansiedeln und dort einen schlammigen Biofilm bilden.

Auslöser ist Wasser im Tank, das durch Kondensation, undichte Tankdeckel oder minderwertigen Kraftstoff eindringt. An der Grenzschicht zwischen Wasser und Diesel finden Mikroorganismen ideale Lebensbedingungen, verstärkt durch den Biodieselanteil im Kraftstoff, der zusätzliche Nährstoffe liefert.

Typische Anzeichen sind wiederholt verstopfende Kraftstofffilter, unregelmäßiger Motorlauf oder Leistungsverlust, ein fauliger schwefeliger Geruch am Tank sowie dunkle Ablagerungen im Sichtglas des Wasserabscheiders.

Wirksam sind ein möglichst voller Tank vor Standzeiten, hochwertiger Kraftstoff, regelmäßig kontrollierte und entwässerte Wasserabscheider sowie eine vorbeugende Additiv-Dosierung, besonders vor längeren Stilllegungen.

Anti-Bakterien-Additive hemmen das Wachstum von Bakterien, Hefen und Pilzen im Kraftstoff. Der früher verbreitete Wirkstoff MBO darf seit Ende 2018 wegen seiner krebserzeugenden Einstufung nicht mehr frei an Privatpersonen verkauft werden — im Handel sind seitdem MBO-freie Additive für Freizeitskipper erhältlich.

Ein Biozid-Additiv hemmt neues mikrobielles Wachstum, löst aber keinen bereits am Tankboden abgelagerten Biofilm-Schlamm auf. Bei stärkerem Befall ist eine professionelle Tankreinigung meist unumgänglich.

Regelmäßige Sichtkontrolle und Entwässerung des Wasserabscheiders gehören zur Grundwartung — besonders zu Saisonbeginn, nach längerer Standzeit und nach jeder Betankung mit unbekannter Kraftstoffqualität.

Tank vor der Stilllegung möglichst voll auftanken, präventiv Additiv beimischen und den Motor kurz laufen lassen, damit sich das Additiv im gesamten Kraftstoffsystem verteilt. Details liefert der Ratgeber Boot Winterlager.

Wenn nur der Filter getauscht, die eigentliche Kontaminationsquelle im Tank aber nicht behoben wird, setzt sich der neue Filter meist erneut zu. In diesem Fall sollte der Tank selbst kontrolliert und gegebenenfalls professionell gereinigt werden.

12. Fazit und Handlungsempfehlung

Dieselpest lässt sich mit drei einfachen Grundsätzen zuverlässig kontrollieren: Wasser konsequent aus dem Tank fernhalten — durch vollen Tank in Standzeiten, dichte Tankdeckel und regelmäßig entwässerte Wasserabscheider —, bei längeren Stilllegungen präventiv Additive dosieren und im Verdachtsfall frühzeitig reagieren, statt nur den Filter zu wechseln. Bei starkem Befall führt an einer professionellen Tankreinigung meist kein Weg vorbei. Wer Kraftstoffpflege fest in die Wartungsroutine integriert, hält sein Kraftstoffsystem dauerhaft sauber. Ergänzend zur Einwinterung hilft der Ratgeber Boot einwintern und der Ratgeber Impeller wechseln für die Wiederinbetriebnahme im Frühjahr.

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Stand: September 2026 — sawesto.de Redaktion
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