EPIRB & PLB (2026): Notfunkbaken für Boot und Crew
Bootsgebunden oder personengebunden, Satellit oder Nahbereich — der Notruf, der auch dann noch funktioniert, wenn Handynetz und Funkgerät längst ausfallen.
EPIRB (Emergency Position Indicating Radio Beacon) und PLB (Personal Locator Beacon) senden im weltweiten 406-MHz-Cospas-Sarsat-System einen satellitengestützten Notruf mit GPS-Position ab. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen beiden Baken-Typen, wie das Satellitensystem funktioniert, wie Registrierung und Aktivierung ablaufen und wann AIS-SART sinnvoll ergänzt.
Sicherheit an Bord komplettieren?
EPIRB und PLB sind ein Baustein der Notfallausrüstung. Rettungswesten, Rettungsinseln und weiteres Sicherheitszubehör finden Sie gesammelt in der Kategorie Sicherheit an Bord.
Zu Sicherheit an BordEPIRB und PLB in vier Fragen: Wem gehört die Bake, wie wird sie aktiviert, wo wird sie registriert und wann braucht man welche?
Ein EPIRB ist bootsgebunden und meist fest oder in einer Halterung mit automatischer Wasserkontakt-Auslösung montiert; ein PLB ist personengebunden, kleiner, und wird an der Rettungsweste oder am Körper getragen. Beide senden im 406-MHz-Cospas-Sarsat-Satellitensystem einen Notruf inklusive GPS-Position aus und müssen vor dem ersten Einsatz bei der zuständigen Stelle registriert werden — in Deutschland bei der Bundesnetzagentur. Die Aktivierung erfolgt manuell per Knopfdruck oder bei vielen EPIRB-Modellen zusätzlich automatisch durch Wasserkontakt. Für den Nahbereich, etwa das Auffinden einer über Bord gegangenen Person durch das eigene oder ein nahes Schiff, ergänzt ein AIS-SART sinnvoll, da EPIRB und PLB primär auf globale Satellitenortung statt Nahbereichsortung ausgelegt sind. Auf Hochsee-Törns gilt ein EPIRB als Standardausrüstung, für Einzelpersonen oder Küstentörns kann ein PLB ausreichen.
EPIRB & PLB im Detail
1. Was sind EPIRB und PLB?
EPIRB steht für Emergency Position Indicating Radio Beacon und bezeichnet eine bootsgebundene Notfunkbake. Sie wird entweder fest im Cockpit oder Ruderhaus verbaut oder in einer Halterung an Deck montiert, aus der sie sich im Notfall — etwa beim Sinken des Bootes — automatisch löst und an die Wasseroberfläche treibt. Ein EPIRB ist damit dem Boot als Ganzes zugeordnet und soll im Ernstfall unabhängig davon funktionieren, ob die Crew das Gerät noch manuell bedienen kann.
PLB steht für Personal Locator Beacon und ist die personengebundene Variante: kompakter, leichter, ohne automatische Wasserauslösung und dafür gedacht, direkt an der Rettungsweste befestigt oder am Körper getragen zu werden. Ein PLB begleitet damit eine einzelne Person, unabhängig davon, auf welchem Boot sie sich gerade befindet — etwa auch beim Wechsel zwischen verschiedenen Charterbooten oder beim Einsatz außerhalb des Wassers, etwa beim Wandern oder in den Bergen, wofür PLBs ursprünglich mitentwickelt wurden.
Technisch arbeiten beide Gerätetypen nach demselben Prinzip: Sie senden im internationalen 406-MHz-Frequenzband ein digital codiertes Notsignal an Satelliten, die dieses an nationale Rettungsleitstellen weiterleiten. Der zentrale Unterschied liegt also nicht in der Übertragungstechnik, sondern in der Zuordnung — Boot versus Person — und in Bauform, Gehäusegröße sowie den optionalen Auslösemechanismen.
In der Praxis zeigt sich der Unterschied vor allem in typischen Einsatzsituationen. Auf einer mehrköpfig besetzten Segelyacht auf Langfahrt übernimmt ein fest verbautes EPIRB die Absicherung des gesamten Fahrzeugs — unabhängig davon, welches Crewmitglied im Ernstfall noch handlungsfähig ist. Ein einzelner Angler auf einem kleinen Motorboot oder ein Segler, der regelmäßig zwischen verschiedenen Charterbooten wechselt, ist dagegen mit einem persönlichen PLB oft besser bedient, da dieses Gerät nicht am Boot verbleibt, sondern die Person selbst begleitet — auch dann, wenn diese das Boot verlässt oder in eine Rettungsinsel umsteigt.
2. EPIRB vs. PLB: der Unterschied im Detail
Für die Kaufentscheidung lohnt sich ein direkter Vergleich der wichtigsten Eigenschaften, da EPIRB und PLB trotz gleicher Grundtechnologie unterschiedliche Einsatzprofile abdecken.
| Merkmal | EPIRB | PLB |
|---|---|---|
| Zuordnung | Bootsgebunden (dem Fahrzeug zugeordnet) | Personengebunden (an eine Person gebunden) |
| Montage | Feste Halterung an Deck oder im Cockpit | An Rettungsweste oder Körper getragen |
| Automatische Auslösung | Viele Modelle mit Hydrostatic Release Unit (Wasserkontakt) | In der Regel nur manuelle Aktivierung |
| Gehäusegröße/Gewicht | Größer, meist mit stärkerem Sender/Akku | Kompakter und leichter |
| Registrierungspflicht | Ja, bei zuständiger Stelle (in DE Bundesnetzagentur) | Ja, bei zuständiger Stelle (in DE Bundesnetzagentur) |
| Typischer Einsatz | Seegang, Hochsee, gesamte Crew/Fahrzeug | Einzelperson, auch fahrzeugunabhängig |
Beide Baken senden dasselbe 406-MHz-Notsignal und lösen dieselbe Rettungskette über das Cospas-Sarsat-System aus. Der Unterschied zeigt sich vor allem im Ernstfall selbst: Ein fest verbautes EPIRB mit automatischer Auslösung sendet auch dann, wenn niemand mehr in der Lage ist, ein Gerät manuell zu aktivieren — etwa bei einem plötzlichen Kentern. Ein PLB dagegen erfordert grundsätzlich eine bewusste, manuelle Aktivierung durch die tragende Person, bietet dafür aber den Vorteil, dass es die Person auch fern vom Boot begleitet, etwa nach einem Mann-über-Bord-Fall oder beim Verlassen des Schiffes in die Rettungsinsel.
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3. Wie funktioniert das Cospas-Sarsat-System?
Cospas-Sarsat ist ein internationales, zwischenstaatlich betriebenes Satellitensystem, das seit den 1980er-Jahren speziell für die Ortung von Notsignalen in der Luft-, See- und Landrettung aufgebaut wurde. EPIRBs und PLBs senden ihr codiertes 406-MHz-Signal an Satelliten in unterschiedlichen Erdumlaufbahnen — geostationäre Satelliten, die kontinuierlich denselben Erdausschnitt überwachen, und niedrig fliegende sowie mittelhohe Satelliten, die sich in der Umlaufbahn bewegen und dadurch auch entlegene Seegebiete regelmäßig überstreichen.
Empfängt ein Satellit ein Notsignal, wird es an eine bodengestützte Empfangsstation weitergeleitet, von dort an ein nationales Kontrollzentrum (Mission Control Centre) und anschließend an die für das jeweilige Seegebiet zuständige Rettungsleitstelle. Diese leitet die eigentliche Such- und Rettungsaktion ein und alarmiert je nach Lage Seenotretter, Küstenwache oder Marine sowie Schiffe in der Nähe der Notposition. Das gesamte System ist redundant ausgelegt: Fällt ein Satellit oder eine Empfangsstation aus, übernehmen andere Teile des Netzwerks die Weiterleitung, sodass ein einzelnes Notsignal in aller Regel über mehrere unabhängige Wege registriert wird.
Wichtig für die Praxis: Cospas-Sarsat ist ausschließlich für Notfälle vorgesehen. Fehlalarme — etwa durch versehentliches Auslösen beim Verstauen oder Testen ohne Nutzung des dafür vorgesehenen Testmodus — binden reale Rettungskapazitäten und sollten der zuständigen Leitstelle umgehend gemeldet werden, sobald der Fehlalarm bemerkt wird.
Ein weiterer praktischer Vorteil des Systems liegt in seiner globalen Auslegung: Da sowohl geostationäre als auch umlaufende Satelliten beteiligt sind, deckt Cospas-Sarsat nahezu jedes Seegebiet ab, einschließlich entlegener Passagen fernab der Küste, in denen weder Mobilfunknetz noch UKW-Sprechfunk zuverlässig funktionieren. Genau in solchen Lücken der klassischen Kommunikationsmittel entfaltet ein satellitengestütztes Notsignal seinen eigentlichen Nutzen — es ist konzeptionell nicht auf terrestrische Infrastruktur angewiesen und bleibt daher auch dort funktionsfähig, wo alle anderen Kommunikationswege bereits ausgefallen sind.
4. GPS-Position und Ortungsgenauigkeit
Die reine 406-MHz-Übertragung identifiziert zunächst vor allem, welches Gerät und damit welches Boot beziehungsweise welche registrierte Person den Alarm ausgelöst hat. Die eigentliche Positionsbestimmung erfolgt über zwei sich ergänzende Verfahren: Zum einen können die Satelliten aus der Frequenzverschiebung des empfangenen Signals während des Überflugs (Doppler-Effekt) eine Position berechnen — dieses Verfahren funktioniert auch ohne GPS-Empfänger im Gerät, liefert aber eine vergleichsweise grobe Position und benötigt zudem Zeit, bis genügend Satellitenüberflüge für eine Berechnung vorliegen.
Zum anderen verfügen die meisten aktuellen EPIRB- und PLB-Modelle über einen eingebauten GPS-Empfänger, der die eigene Position deutlich präziser bestimmt und diese Koordinaten direkt in das 406-MHz-Signal einbettet. Dadurch liegt der Rettungsleitstelle in der Regel innerhalb weniger Minuten nach Aktivierung eine wesentlich genauere Position vor, als es die reine Doppler-Ortung liefern würde. Bei der Kaufentscheidung lohnt sich deshalb ein Blick darauf, ob ein Modell über einen integrierten GPS-Empfänger verfügt — die Ortungszeit und -genauigkeit unterscheidet sich dadurch spürbar.
Praxis-Tipp: Der eingebaute Selbsttest vieler Geräte prüft in der Regel auch, ob der GPS-Empfänger überhaupt einen Positions-Fix erhält. Wird dieser Test regelmäßig — etwa vor Saisonbeginn — durchgeführt, lässt sich frühzeitig erkennen, ob die GPS-Antenne einwandfrei funktioniert, statt dies erst im Ernstfall festzustellen.
5. Registrierung: Pflicht und Ablauf
Jedes 406-MHz-EPIRB und jedes 406-MHz-PLB besitzt eine eindeutige, im Gerät fest codierte Identifikationsnummer. Diese Nummer ist für sich genommen wertlos, wenn sie nicht mit Angaben zum Boot beziehungsweise zur Person, Notfallkontakten und weiteren Daten verknüpft ist — genau das leistet die Registrierung. Ohne Registrierung erkennt die Rettungsleitstelle zwar, dass ein Notsignal eingeht, kann es aber nicht sofort einem Boot, einem Fahrtgebiet oder Kontaktpersonen zuordnen, was die erste Einschätzung der Lage verzögert.
In Deutschland erfolgt die Registrierung von 406-MHz-Baken bei der zuständigen Stelle — der Bundesnetzagentur. Vor dem ersten Einsatz sollte die Registrierung zwingend vorgenommen und danach bei jeder Änderung, etwa einem Bootsverkauf, einer neuen Kontaktperson oder einem Fahrtgebietswechsel, aktualisiert werden. Empfehlenswert ist außerdem, sich vor dem Kauf oder der Registrierung eines konkreten Geräts über den genauen, aktuell gültigen Ablauf und die zuständige Anlaufstelle zu informieren, da sich Zuständigkeiten und Verfahren ändern können — im Zweifel gilt: Bei der Bundesnetzagentur oder dem Fachhändler nach dem aktuellen Registrierungsweg fragen, statt sich auf veraltete Angaben zu verlassen.
Praxis-Hinweis: Ein unregistriertes oder mit veralteten Daten hinterlegtes Gerät verzögert im Ernstfall die Rettungskette, obwohl das Signal selbst technisch einwandfrei ankommt. Die Registrierung ist damit kein bürokratischer Nebenschritt, sondern ein integraler Bestandteil der Notfallausrüstung.
6. Aktivierung: manuell oder automatisch
Grundsätzlich lassen sich alle EPIRBs und PLBs manuell auslösen, meist über eine gesicherte Taste oder einen Schutzbügel, der versehentliches Auslösen verhindern soll. Diese manuelle Aktivierung ist bei einem PLB in aller Regel der einzige Auslöseweg, da das Gerät ja von der tragenden Person bewusst eingesetzt wird.
Viele EPIRB-Modelle verfügen zusätzlich über eine automatische Auslösung durch Wasserkontakt. Möglich wird dies durch eine sogenannte Hydrostatic Release Unit (HRU) in der Halterung: Sinkt das Boot oder gerät die Halterung unter Wasser, löst der hydrostatische Druck die Bake automatisch aus der Halterung, das EPIRB treibt selbstständig an die Oberfläche und aktiviert sich dabei selbst. Dieser Mechanismus ist besonders wertvoll, wenn die Crew durch die Notlage selbst nicht mehr handlungsfähig ist. HRU-Einheiten haben ein begrenztes Wartungsintervall und müssen nach Herstellerangabe turnusmäßig ausgetauscht werden, da der auslösende Mechanismus mit der Zeit an Zuverlässigkeit verlieren kann.
Unabhängig vom Auslösemechanismus gilt: Ein Gerät sollte ausschließlich im echten Notfall oder im dafür vorgesehenen, zeitlich begrenzten Testmodus aktiviert werden. Der Testmodus sendet ein reduziertes, klar als Test gekennzeichnetes Signal und löst keine reale Rettungsaktion aus — die reguläre Auslösetaste dagegen erzeugt immer ein echtes Notsignal.
Damit die manuelle Auslösetaste im Ernstfall auch unter Stress schnell und sicher erreichbar ist, sind die meisten Geräte mit einem Schutzbügel oder einer klappbaren Abdeckung ausgestattet, die ein versehentliches Betätigen beim normalen Verstauen verhindert, im Notfall aber ohne Werkzeug in wenigen Handgriffen geöffnet werden kann. Bei der Halterungsposition an Bord lohnt sich zudem eine Stelle, die auch bei Krängung, im Dunkeln oder mit nasser, kalter Hand zuverlässig erreichbar bleibt — die beste Technik nützt wenig, wenn die Bake im Ernstfall schwer zugänglich verstaut ist.
7. Akku, Batterie-Verfallsdatum und Wartung
EPIRBs und PLBs werden mit einer fest verbauten Batterie ausgeliefert, die für eine bestimmte Mindestsendedauer im Notfall sowie für die Selbsttest-Funktionen über die Lagerzeit ausgelegt ist. Diese Batterien besitzen ein vom Hersteller festgelegtes Verfallsdatum, das üblicherweise mehrere Jahre nach Herstellung beziehungsweise Aktivierung der Batterie liegt und deutlich sichtbar auf dem Gehäuse vermerkt ist. Nach Ablauf dieses Datums muss die Batterie fachgerecht getauscht werden, da die garantierte Sendeleistung im Ernstfall sonst nicht mehr zuverlässig gewährleistet ist.
Zur regelmäßigen Wartung gehört zusätzlich der eingebaute Selbsttest, den die meisten Geräte auf Knopfdruck durchführen und der unter anderem Batteriezustand, Sendefunktion und bei GPS-Modellen den Positionsempfang prüft. Ein solcher Selbsttest ersetzt keinen echten Alarm, gibt aber eine erste Einschätzung, ob das Gerät grundsätzlich funktionsbereit ist. Ergänzend empfiehlt es sich, das Gehäuse auf Risse oder Beschädigungen der Dichtungen zu prüfen, den Sitz in der Halterung zu kontrollieren und bei EPIRBs mit HRU das Ablaufdatum der Auslöseeinheit im Blick zu behalten, da diese unabhängig von der Batterie ein eigenes Wartungsintervall besitzt.
8. AIS-SART als sinnvolle Ergänzung
Ein AIS-SART (Automatic Identification System Search and Rescue Transponder) arbeitet nach einem anderen Prinzip als EPIRB oder PLB: Statt über Satelliten sendet er auf den regulären AIS-Frequenzen ein Notsignal, das von AIS-Empfängern anderer Schiffe sowie von Küstenstationen in der näheren Umgebung empfangen und direkt auf deren elektronischer Seekarte als Notposition angezeigt wird. Die Reichweite ist dadurch auf den Nahbereich begrenzt — üblicherweise mehrere Seemeilen, abhängig von Antennenhöhe und Sichtverbindung — dafür ist die Ortung durch nahe Schiffe sehr schnell und direkt in deren Navigationssystem sichtbar.
EPIRB und PLB wiederum sind auf die globale Alarmierung über Satelliten ausgelegt und damit auch dort funktionsfähig, wo kein anderes Schiff mit AIS-Empfänger in Reichweite ist — etwa auf offener Hochsee. Ein AIS-SART ersetzt daher weder EPIRB noch PLB, ergänzt aber sinnvoll: Während EPIRB oder PLB die globale Rettungskette über Satelliten und Leitstellen in Gang setzen, hilft ein AIS-SART zusätzlich dabei, dass Schiffe in unmittelbarer Nähe die genaue Position schneller erfassen und die letzte Phase der Rettung — das direkte Anfahren der Notposition — erleichtern.
Für die Nahbereichs- und Navigationsausrüstung insgesamt lohnt sich auch ein Blick auf Navigationsinstrumente sowie auf Funkgeräte, die im Notfall als zusätzlicher Kommunikationsweg neben EPIRB, PLB und AIS-SART dienen.
Ein weiterer praktischer Unterschied liegt in der Reaktionsgeschwindigkeit der beiden Systeme: Ein AIS-SART-Signal erscheint bei einem in Reichweite befindlichen Schiff nahezu in Echtzeit auf dessen Kartenplotter, während die Positionsmeldung eines EPIRB oder PLB über die Satellitenkette und die Rettungsleitstelle in der Regel einige Minuten benötigt, bis sie bei den koordinierenden Stellen vollständig vorliegt. Für die unmittelbare letzte Annäherung eines rettenden Schiffs an eine bereits alarmierte Notposition ist ein AIS-SART daher eine wertvolle, kostengünstige Ergänzung, ohne dass er den globalen Alarmierungsweg von EPIRB oder PLB überflüssig macht.
9. Wann EPIRB, wann PLB? Küste vs. Hochsee
Welche Bake sinnvoll ist, hängt in erster Linie vom Fahrtgebiet, der Crewgröße und der Frage ab, ob primär das Boot oder primär einzelne Personen abgesichert werden sollen.
| Situation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Hochsee-/Langfahrt, mehrköpfige Crew | EPIRB (fest oder float-free montiert) | Automatische Auslösung auch bei handlungsunfähiger Crew, dem Boot als Ganzes zugeordnet |
| Küstennahe Fahrt, einzelne Person oder kleine Crew | PLB, ggf. je Person | Kompakt, personengebunden, geringere Rettungsdistanzen erfordern oft schnellere statt maximale Reichweite |
| Charter- oder Bootswechsel | PLB | Begleitet die Person unabhängig vom jeweiligen Boot |
| Einhandsegeln, Mann-über-Bord-Risiko | EPIRB am Boot plus PLB an der Person | Kombination sichert sowohl das Fahrzeug als auch die Einzelperson im Falle einer Trennung ab |
Auf Hochsee-Passagen gilt ein EPIRB in der Praxis als Standardausrüstung, da die Rettungswege länger und die Alternativen bei einem Totalausfall der Kommunikation begrenzt sind. Für Skipper, die regelmäßig einhand oder mit sehr kleiner Crew unterwegs sind, empfiehlt sich häufig zusätzlich ein persönliches PLB an der Rettungsweste, da im Fall eines Mann-über-Bord-Ereignisses genau die Person, die über Bord gegangen ist, ihren eigenen Notruf auslösen kann — unabhängig davon, ob das Boot selbst noch erreichbar ist. Für reine Küstentörns mit kurzen Distanzen zu Rettungsdiensten kann je nach persönlicher Risikoeinschätzung ein PLB je Crewmitglied bereits eine solide Grundabsicherung darstellen; die endgültige Einschätzung sollte sich am tatsächlichen Fahrtgebiet, der Wetterlage und den geltenden Sicherheitsvorschriften orientieren.
Welche Ausrüstung für ein konkretes Fahrtgebiet vorgeschrieben oder empfohlen ist, regeln je nach Land und Fahrtbereich unterschiedliche Vorschriften und Klassifikationen — von nationalen Sicherheitsvorgaben für gewerblich genutzte Fahrzeuge bis zu Empfehlungen von Segelverbänden für bestimmte Regatta- oder Langfahrtkategorien. Vor einer größeren Törnplanung lohnt sich daher ein Blick in die für das jeweilige Fahrtgebiet und den Bootstyp gültigen Vorschriften, statt sich ausschließlich auf allgemeine Richtwerte zu verlassen — dieser Ratgeber ersetzt keine verbindliche rechtliche oder verbandsseitige Auskunft.
10. Kaufberatung: Worauf beim Kauf achten?
Neben der grundsätzlichen Entscheidung zwischen EPIRB und PLB lohnt sich ein Blick auf einige technische und praktische Auswahlkriterien, die die tägliche Handhabung und die Zuverlässigkeit im Ernstfall beeinflussen.
- Integriertes GPS: Beschleunigt die Ortung erheblich gegenüber reiner Doppler-Ortung und sollte bei einer Neuanschaffung heute Standard sein.
- Automatische Auslösung (EPIRB): Eine Halterung mit Hydrostatic Release Unit erhöht die Zuverlässigkeit, wenn die Crew im Ernstfall nicht mehr manuell reagieren kann.
- Batterie-Laufzeit und Verfallsdatum: Ein längeres garantiertes Sendeintervall im Notfall verschafft der Rettungskette mehr Zeit; das Verfallsdatum sollte im Wartungskalender vermerkt werden.
- Auftrieb und Sichtbarkeit: Ein Gerät sollte selbst schwimmfähig sein und über gut sichtbare Signalelemente wie eine Blitzleuchte verfügen, um auch visuell gefunden zu werden.
- Kompatibilität mit der Rettungsweste: Für ein PLB lohnt sich die Prüfung, ob eine passende Befestigung an der vorhandenen Rettungsweste möglich ist.
Ergänzend zur Notfunkbake gehört zu einer vollständigen Sicherheitsausstattung in der Regel eine geeignete Rettungsweste — etwa eine Feststoff-Rettungsweste oder eine automatische Variante —, im Idealfall eine Rettungsinsel für die gesamte Crew sowie klassisches optisches und akustisches Signalmaterial wie Rettungsringe und -leinen oder akustische Signalmittel; einen vertiefenden Überblick zu Leuchtmunition und Signalpistolen liefert der Ratgeber Seenotsignalmittel. Das vollständige Sortiment findet sich unter Sicherheit an Bord, ergänzende Navigationstechnik unter Navigationsinstrument. Wer zusätzlich zur technischen Ausrüstung den Nachweis für den Betrieb von Seefunkanlagen erwerben möchte, findet Hintergründe im Ratgeber SRC-Funkzeugnis.
11. FAQ: Häufige Fragen zu EPIRB & PLB
Ein EPIRB ist bootsgebunden, meist fest oder in einer Halterung mit automatischer Wasserauslösung montiert. Ein PLB ist personengebunden, kompakter und wird an der Rettungsweste oder am Körper getragen. Beide senden im selben 406-MHz-Cospas-Sarsat-System.
Das internationale Satellitensystem empfängt das 406-MHz-Notsignal, leitet es an ein nationales Kontrollzentrum und von dort an die zuständige Rettungsleitstelle weiter, die die Such- und Rettungsaktion einleitet.
Geräte mit integriertem GPS-Empfänger übertragen die Position deutlich präziser und schneller als reine Doppler-Ortung über den Satellitenüberflug. Für eine Neuanschaffung ist ein integriertes GPS daher empfehlenswert.
In Deutschland erfolgt die Registrierung von 406-MHz-Notfunkbaken bei der zuständigen Stelle, der Bundesnetzagentur. Die Registrierung ist vor dem ersten Einsatz zwingend erforderlich und sollte bei jeder Änderung aktualisiert werden.
Viele EPIRB-Halterungen besitzen eine Hydrostatic Release Unit (HRU), die durch Wasserdruck beim Sinken des Bootes auslöst. Die Bake löst sich selbstständig aus der Halterung, treibt auf und aktiviert sich automatisch — unabhängig davon, ob die Crew noch handlungsfähig ist.
Die fest verbaute Batterie besitzt ein vom Hersteller angegebenes Verfallsdatum, das auf dem Gehäuse vermerkt ist. Nach Ablauf muss die Batterie fachgerecht getauscht werden, damit die garantierte Sendedauer im Ernstfall gewährleistet bleibt.
Ein AIS-SART sendet ein Notsignal auf AIS-Frequenzen an Schiffe und Küstenstationen in der näheren Umgebung. Es ersetzt kein EPIRB oder PLB, da seine Reichweite auf den Nahbereich begrenzt ist, ergänzt aber sinnvoll die letzte Phase der Rettung vor Ort.
Für kurze Küstentörns mit geringer Distanz zu Rettungsdiensten kann ein PLB je Crewmitglied eine solide Grundabsicherung darstellen. Auf Hochsee-Passagen mit längeren Rettungswegen gilt ein EPIRB dagegen als Standardausrüstung.
Fehlalarme binden reale Rettungskapazitäten und sollten der zuständigen Rettungsleitstelle umgehend gemeldet werden, sobald der Fehler bemerkt wird. Zum Testen des Geräts steht üblicherweise ein separater, klar gekennzeichneter Testmodus zur Verfügung, der keine echte Rettungsaktion auslöst.
Ja, die Kombination ist verbreitet: Ein fest montiertes EPIRB sichert das Boot als Ganzes ab, ein PLB an der Rettungsweste sichert zusätzlich die einzelne Person, etwa bei einem Mann-über-Bord-Fall — beide Geräte müssen unabhängig voneinander registriert werden.
12. Fazit und Kaufempfehlung
EPIRB und PLB nutzen dieselbe 406-MHz-Cospas-Sarsat-Technologie, unterscheiden sich aber in Zuordnung und Auslösung: Das EPIRB gehört zum Boot, ist häufig mit automatischer Wasserauslösung ausgestattet und eignet sich besonders für Hochsee-Passagen mit mehrköpfiger Crew. Das PLB gehört zur Person, ist kompakter, wird manuell ausgelöst und begleitet den Träger unabhängig vom jeweiligen Boot. Für die Kaufentscheidung zählen vor allem vier Fragen: Boot oder Person absichern, integriertes GPS ja oder nein, automatische oder rein manuelle Auslösung, und wie lang ist die typische Rettungsdistanz im eigenen Fahrtgebiet. Ergänzt um ein AIS-SART für den Nahbereich sowie die grundlegende Registrierung bei der zuständigen Stelle bildet die richtige Kombination aus EPIRB und/oder PLB das Rückgrat der Notfallausrüstung an Bord.
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Stand: August 2026 — sawesto.de SortimentsteamSicherheitsausrüstung komplettieren
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